Zeitschriften werden auch künftig eine zentrale Rolle spielen

Aller Begeisterung für Internet und Mobile – sehr viele Verlage erwirtschaften einen wesentlichen Teil ihrer Umsätze und Renditen mit diesem Medium.

Welche Rolle spielen Zeitschriften in der Medienwelt von Morgen?
Zeitschriften werden auch künftig eine zentrale Aufgabe bei der Informationsvermittlung übernehmen. Sie vereinen die Vorzüge des Push-Mediums, das jedem nach seinem Geschmack periodisch Nachrichten und Wissenswertes präsentiert, mit einer tollen Aufmachung und Haptik, die begeistern kann und stressfreies Lesevergnügen bietet – ein echtes Premium-Produkt eben. Insbesondere Fachzeitschriften haben sich ja in der Vergangenheit eine hohe Reputation bei den Lesern erarbeitet. Übrigens ein unschätzbarer Vorzug unserer Printmarken, der auch auf die weiteren Verlagsaktivitäten im Umfeld der Zeitschriften positiv ausstrahlt. So werden diese Premium-Printerzeugnisse heute im Idealfall durch einen soliden Online-Auftritt ergänzt, der Recherchen ermöglicht und zusätzliche Informationen für die Nutzer bereit hält.

Werbekunden haben für ihre Mediaplanung zunehmend Alternativen zu Verlagsangeboten. Was können Verlage unternehmen, um weiterhin ein attraktiver Werbepartner zu bleiben?
Die Chance für Verlage besteht darin, in meist abgeschlossenen Märkten eine echte Orientierung zu bieten. Speziell den Fachverlagen kommt hierbei nachweislich eine entscheidende Rolle zu: Sie geben den Entscheidern die notwendige Sicherheit bei Investitionsentscheidungen, indem Sie bewerten und den Nutzen, z.B. von Maschinen, bei den Anwendern hinterfragen. Speziell den Fachzeitschriften kommt daher nach wie vor eine ganz entscheidende Rolle im Vorfeld von Investitionsentscheidungen zu. Sie induzieren Online-Anfragen oft deutlich stärker und qualifizierter, wie dies u.a. mit Google-Ads möglich wäre; von den enormen Streuverlusten einer Suchmaschinenkampagne mal ganz zu schweigen. Viele PIs, Visitor und Klicks sind schön aber entscheidend ist doch letztlich, dass die beworbenen Güter auch verkauft werden.


Leser haben für ihre Informationsversorgung immer mehr Alternativen zu Verlagsangeboten. Was können Verlage unternehmen, um weiterhin ein attraktiver Informationsprovider zu bleiben?

Wir alle leiden unter dem Informations-Overkill im Web. Statt die angebotenen Informationen reflektieren zu können, werden wir erschlagen von Pop-Ups, zweifelhaften Angeboten und unredigierten Texten aus nicht immer seriösen Quellen. Hier bieten die Verlage einen klaren Gegenentwurf mit aktuellen und zitierfähigen Informationen, die nicht überfordern, sondern eine gezielte Informationsvorauswahl bieten. Dies gibt dem Leser Sicherheit und Orientierung, erspart ihm Frustrationen und Stress.


Das Hauptproblem vieler Verlage: Wegbrechende Umsätze in Printmedien werden durch Zuwächse in neuen Geschäftsfeldern (vor allem Internet) bei weitem nicht kompensiert. Was können Verlage tun?

Wir alle müssen akzeptieren, dass unser Geschäft immer kleinteiliger wird. Die Kunden verlangen heute Medienangebote, die ineinander verzahnt, die gewünschte Zielgruppe auf unterschiedlichen Ebenen erreicht. Die Daseinsberechtigung der Verlage besteht nur dann, wenn wir unsere Kunden ernst nehmen und sie bei ihrem aktuellen Kommunikationsbedarf effizient unterstützen. Hierzu leistet Print ebenso einen wichtigen Beitrag wie Onlinedienste für die jeweilige Branche sowie Video und mobile Dienste. Allerdings sollten die Verlage aufpassen, dass Sie keine Medialeistung verschenken, weil es ja – im Vergleich zu Printumsätzen vergangener Tage – nur „Peanuts“ sind. Wenn man sich ansieht, wie viele Verlage aktuell Videos von Kunden kostenlos auf ihre Internetseiten stellen, damit sie auch bewegte Bilder anbieten können, verstehen Sie was ich meine. Hier fehlt es leider an manchen Stellen sowohl am Weitblick als auch an funktionierenden Geschäftsmodellen.

 

 

2023-04-27T14:38:32+02:00
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